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PERTH bei Schmerzen im Bereich der LWS >> Referat PDF Drucken E-Mail
Die Verwendung von PERTH bei Rückenschmerzen

V.L. Goliakov, Doktor der Medizinischen Wissenschaften, Professor, Internist, Klinikdirektor, Moskau
Ordentliches Mitglied der Akademie der Medizinisch-Technischen Wissenschaften,

Rückenschmerzen können bei jedem auftreten. Acht von zehn Menschen empfinden wenigstens einmal Rückenschmerzen im Laufe des Lebens. In 90% der Fälle entwickelt sich dieser Schmerz innerhalb von 6 Wochen, in 40% - innerhalb von 2 Wochen und in 5% wird es akut.

Grundursachen der Rückenschmerzen

A. In 98% der Fälle rufen mechanische Faktoren den Schmerz im Rückenbereich hervor.

   1. Schädigung der Bandscheibe.
   2. Degenerative Veränderungen in den Schleifgelenken der Wirbelsäule.
   3. Spondylose – degenerative Veränderungen der Wirbelkörper und Wirbelbandscheiben.
   4. Spondylolisthesis – Wirbelgleiten nach vorne gegenüber dem unterliegenden Wirbelkörper.
   5. Spondylosis – Defekt des Zwischengelenks des Wirbelbogens.
   6. Wirbelkörperbruch.
   7. Stenose (Verengung) des Rückenmarktkanals.
   8. Schädigung der Muskeln, der Muskelfascien und des Muskelgewebes.
   9. Operationsnarben.

B. Entzündungen.

   1. Arachnoiditis.
   2. Sakroileitis. Entzündung des Rücken-Darmbeinmuskels.
   3. Infizierung des Knochengewebes der Wirbeln, der Bandscheibe oder des Epiduralraums.

C. Systemerkrankungen.

   1. Bösartige Tumore:
  • Primäre
  • Metastasen
  • Gemischte Ursachen – Spondyloarthropathie, metabolische Knochenschädigungen (einschließlich Osteoporose ), Pathologie der die Wirbelsäule ernährenden Gefäße – Atherosklerose oder Vaskulitis.

D. Neurologische Ursachen.

   1. Endogene oder exogene Myelopathie.
   2. Beingeflechtsentzündung besonders im Fall der Zuckererkrankung.
   3. Neuropathien einschließend Mononeuropatie und Entmarkungskrankheiten.
   4. Myopathien einschließend Myopathien bei metabolischen Störungen.

E. Reperkussionsschmerz, zu beobachten bei:

   1. Erkrankung des Magen-Darm-Traktes (Pankreatitis, Cholezystitis, Perforationsgeschwür).
   2. Harnauscheidungssystem (Harnsteinleiden, Prostatitis, Pyelonephritis)
   3. Gynäkologische Pathologie
       (Entzündungserkrankungen der Gebärmutter und der Eierstöcke, Extrauteringravidität).
   4. Tumoren des kleinen Beckens.
   5. Bauchaortenaneurisma.
   6. Hüftgelenkerkrankungen.

Wie man den genannten Daten entnehmen kann, ist das Spektrum der Wirbelsäulenerkrankungen so breit, daß es in sich therapeutische, rheumatologische, orthopädische, neurologische, neurochirurgische und auch chirurgische Erkrankungen einschließt. Wir begrenzen uns auf die Darstellung von spondylogenen Erkrankungen.
Auf Grundlage der Forschungen in den letzten Jahren ist festgestellt worden, daß die funktionalen Begrenzungen passiver Beweglichkeit in der Wirbelsäule – funktionale Sperren (FS) spezifische ätiopathogenetische Faktoren der Entwicklung der spondylogenen Erkrankungen darstellen.
Wenn ein Kind beginnt, seine ersten Schritte zu machen, bilden sich bei ihm “physiologische Beugungen“ in der Wirbelsäule – zwei vorn im Hals-, und Lendenbereich und zwei hinten im Brust-, Kreuz- und Steißbereich. Dank dieser einzigartigen spiralförmigen Form hält die menschliche Wirbelsäule eine Achsenbelastung von achtzehn Mal mehr aus, als eine Betonstange gleicher Stärke. Dieser wunderbare, von der Natur ausgeprägte Ausgangszustand funktioniert beim modernen Menschen nicht vollständig. Der Geradgang unserer Generation hat dazu geführt, daß 90-96% der Menschen geglättete physiologische Beugungen und 6-10% umgekehrt, d.h. vergrößerte Beugungen aufweisen.

Funktionelle Sperren (FS) rufen in der Wirbelsäule eine tonische Muskelanspannung hervor, die die bogenförmigen Gelenke umringen, und ein ganzes Netz pathologisch funktioneller, einander stützender Ketten hervorrufen. Diese tonische Anspannung eines Muskels ruft die Entspannung seines Antagonisten hervor und führt zur Einschränkung der Knochenbeweglichkeit des Beckens und des Schädels, sowie zum Spasmus der glatten Muskulatur der Innenorgane, deren Beweglichkeit ebenfalls begrenzt wird.

Bei der FS entsteht eine Unbeweglichkeit im bogenförmigen Gelenk des entsprechenden motorischen Wirbelsäulensegments. Als Folge der FS der Pulpokern der Bandscheibe, versteift sich dieser zum Schwerpunkt, verschiebt sich in den hinteren, vorderen oder seitlichen Scheibenteil, meistens jedoch in den hinteren. Bei ständigem Druck auf die verschiedenen Bereiche des Fibroserings drehen sich allmählich die spiralförmig eingerichteten Sehnenfasern zusammen, danach verdünnen sie sich und bilden Risse, die zum Verfall der Fibroblasten und zu lokaler aseptischer Entzündung mit frei werdendem Serotonin, Prostaglandinen und anderen Entzündungsmediatoren führen, welche wiederum einen Reflexreiz der Bänder, Sehnen sowie einen Muskelkrampf hervorrufen. Die langwierige Muskelkontraktion führt zur Ischämie des Muskelgewebes auf Kosten der Senkung der lokalen Blutzirkulation. Als Folge bildet sich mit der Zeit eine Lokalisationsfibrose aus. Ein Schmerz lokalen Charakters tritt ein: Dorsalgie (Rückenschmerzen), Lumbalgie (Lendenschmerzen), Zervicalgie (Genickschmerzen). Auf dieser Erkrankungsstufe wirken Schmerzmittel recht gut. Das Gerät von Doktor Werner leistet einen guten Therapieeffekt ohne daß es einer Medikamenteinnahme bedarf.

Weiterhin vergrößert sich der Rißanteil im Sehnenring, in den umgebenden Geweben entstehen Störungen der Mikrozirkulation, Venestase (Blutstillstand in den Venen), aseptische Entzündung, Reflexkrampf der Muskeln und es bilden sich 1 –2 mm große hintere Protrusionen heraus, die das hintere Längsband reizen und zum Schmerz sklerotomen Charakters mit Irradiation führen: Lumbischialgie, Zervikobrachyalgie etc.

Auf dieser folgenden Stufe der Erkrankung vergrößert sich der Protrusionswert bis zu 5-6 mm und mehr, in der Lendenwirbelsäule oft bis zu 15-18 mm. In der Folge bildet sich das scharf ausgeprägte Wurzelschmerzsyndrom des “Hosenstreifentyps“ heraus, das sich bei jeder Veränderung der Körperlage verstärkt. Oft können die Kranken keine Lage finden, die nicht zu Schmerz führt. Bei den seitlich-hinteren Hernien wird die anthologische Haltung und die erzwungene Lage durch die Kompensations–Heterologskoliose charakterisiert. Bei den hinteren – durch die Kompensationsneigung des Körpers nach vorn. Bei weiteren Anstrengungen kann das Ausfallen des Hernieninhalts mit weiteren Folgen vorkommen.

Die Bandscheibenvorfälle komprimieren nicht direkt den Nerv oder das Gefäß. Die klinische Äußerung der Erkrankung, einschließlich des scharf ausgeprägten Schmerzsyndroms, haben einen Tunnelcharakter und entstehen durch das Ödem, die Schwellung und die aseptische Entzündung der Wurzel, was durch die Daten der Magnetoresonanz-, Ultraschall-, und Elektroneuromyografie-Untersuchungen gezeigt wird.
Deshalb führt die Verordnung von Heilmethoden, die den Zufluß des arteriellen Blutes vergrößern, oft zur Exazerbation der Krankheit. In diesem Erkrankungsstadium ist die Komplexbehandlung unter Einbeziehung medikamentöser Mittel, medikamentöser Blockaden und des Gerätes PERTH nach Dr. med. Reinhard Werner am effektivsten. Es sollte aber nicht vergessen werden, daß während der ersten Behandlungen bei einigen Patienten ein gefäßerweitender Effekt auftreten kann, der sich durch kurzfristige Schmerzverstärkung äußert.

Nach 2,3 bis 5 Jahren beginnt bei jedem Menschen das Stadium der Bandscheibenfibrose. Das Schmerzsyndrom bildet sich vollständig zurück, die gegenüberliegenden Bewegungssegmente der Wirbelsäule übernehmen die Bewegungsfunktion und der Mensch ist klinisch geheilt.

Der auffallende Effekt der Verwendung des “PERTH-Systems nach Dr. med. Reinhard Werner“ zeigt sich bei der Behandlung der Spondylolisthesis. Die Spondylolisthesis ist das Abgleiten des Wirbels nach vorn im Verhältnis zum Körper des tiefer liegenden Wirbels. Im pathologischen Zustand sind die Wirbel durch tonische Spannung der umgebenden Muskeln fixiert. Die Anwendung des Gerätes “PERTH nach Dr. med. Reinhard Werner“ entspannt die Muskeln, schafft das Schmerzsyndrom ab und führt zur Replazierung des verschobenen Wirbels.